Sommerfest 2017: Nachwuchswerbung im Handwerk hat oberste Prioriät
Karussell-Element

Dialog im Garten der HWK stand ganz im Zeichen des Handwerks. Sommerfest 2017: Nachwuchswerbung im Handwerk hat oberste Prioriät
Die Dekoration des diesjährigen Sommerfests am 13. Juni ließ keine Zweifel zu – hier wählten die Organisatoren rund um Sabine Ziegler, Assistentin der Hauptgeschäftsführung, einen wichtigen Kernbereich handwerklicher Selbstverwaltung und trafen damit den Nerv des Gesamthandwerks: Es ging um Aus- und Weiterbildung im Handwerk, um Nachwuchsgewinnung, um moderne Bildungseinrichtungen, kurzum um die Zukunft eines ganzen Wirtschaftsbereiches. Aktuelle Umfragen des Zentralverbands des Handwerks (ZDH) bestätigen, dass das Thema Nachwuchs in fast allen Gewerken eine entscheidende Rolle spielt und den Betrieben Sorgen macht. Diesen Punkt beleuchtete Delfino Roman, Präsident der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, in seiner traditionellen Rede: „Am Lehrling steht und fällt alles – denn wenn es ihn nicht mehr gibt, müssen wir uns künftig um Führungskräfte im Handwerk, um Betriebsinhaber und um Meisterabsolventen auch keine Sorgen mehr machen. Denn dann gäbe es schlichtweg kein Handwerk mehr.“
Roman stellte den rund 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Handwerk mehrere Maßnahmen der Handwerksorganisation vor, die das Ruder in Anbetracht sinkender Lehrlingszahlen herumreißen sollen und zum Teil auch schon erste Früchte tragen. Demnach seien der Zukunftstag für Mädchen und Jungen in den Berufsbildungszentren und die IdeenExpo auf dem Messegelände in Hannover gute Aktionen für eine spielerische und unverkrampfte Berufsorientierung. Mit den eigenen Händen etwas herstellen, das man am Ende des Tages gleich mit nach Hause nehmen kann – gerade bei Gymnasiasten (rund 70 % beim Zukunftstag) käme das sehr gut an, so Roman.
„Wir erleben einen klaren Trend zu mehr Mitmachaktionen und weniger Ständen, die nur Informationen zu Berufen auf den Messen bieten“, bestätigte auch Hauptgeschäftsführerin Ina-Maria Heidmann. In einer niederschwelligen Heranführung an handwerkliche Tätigkeiten sieht sie das gelebte Motto der bundesweiten Imagekampagne auf lokaler Ebene. „Jugendliche werden aktuell vor allem auch auf Youtube mit dem Hashtag #einfachmachen konfrontiert und dieser hat folgende Botschaft: probiere dich beruflich aus, habe keine Angst vorm Scheitern, sei neugierig, sei mutig. Genau dieses Gefühl sollten auch wir auf Messen nach außen tragen.“
Die neue Herangehensweise würde aber auch von den handwerkspolitischen Akteuren eine Anpassung an die junge Zielgruppe verlangen, gestehen Roman und Heidmann ein. In diesem Zuge gewährte der Präsident einen Ausblick auf die gestartete Modernisierung der Berufsbildungszentren: „Neue Maschinen in modernen Werkstätten, E-Learning-Plattformen für digitales und mobiles Lernen sowie Meisterkurse in allen Handwerken im BBZ, die auch berufsbegleitend in Teilzeit absolviert werden können.“
Die Bewirtung der Gäste und die Organisation im Vorfeld wurden zu großen Teilen von den Mitarbeitern der Handwerkskammer durchgeführt. Auch in diesem Jahr war die Inter Versicherungen AG Sponsor der Veranstaltung.