
Trainingswoche: Lehrwerkmeister Hüls (re.) gibt Meisterschüler Traupe letzte wichtige Tipps.
Mit einem Intensiv-Training bereitet sich der Meisterkurs der Maurer- und Betonbauer bei "Weltmeister-Ausbilder" Marcus Hüls im BBZ Göttingen auf die Prüfung vor.Mauern beim Weltmeister-Macher
Es geht um 200 Steine in 300 Minuten, die zu einem Mauerverband mit gotischer Verzierung zusammengefügt werden müssen. Wie genau die Verzierung dann aussehen soll, bleibt bis zur praktischen Prüfung geheim. Bis dahin üben elf Meisteranwärter noch kräftig an den sogenannten Situationsaufgaben, damit das massive und kunstvolle Mauerwerk am großen Tag auch den kritischen Blicken der Prüfer standhält. Nach dem Umzug der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung für die Bauhandwerke nach Göttingen Anfang 2017, bleibt ein Großteil der Meisterausbildung für das Maurer- und Betonbauerhandwerk weiterhin in Hildesheim. Für eine Trainingswoche bei Marcus Hüls kommen alle Anwärter nach Göttingen, um sich von dem Mann den letzten Feinschliff verpassen zu lassen, der im vergangenen Jahr Jannes Wulfes auf die Europameisterschaft der Maurer (EuroSkills) vorbereitete. Im Oktober tritt Wulfes, der seinen Meister ebenfalls in den Berufsbildungszentren Hildesheim-Göttingen erworben hat, für den Titel Weltmeister der Maurer in Abu
Dhabi an.
„Bei den praktischen Übungen geht es vor allem um Schnelligkeit“, so Hüls. Die Zeit sei mit sechs Prüfungsstunden knapp bemessen und ein Training absolut erforderlich. Dies bestätigt auch Steven Pybis (24) aus Alfeld, der für die Karriere als Maurer sein Studium des Bauingenieurwesens an den Nagel gehängt hat: „Ich muss definitiv einen Zahn zulegen und darauf achten, dass die Fugen nicht zu breit werden. Das hätte zur Folge, dass die Mauersteine überstehen oder keinen richtigen Abschluss bilden“. Neben ihm arbeitet der 20-jährige Hendrik Traupe aus Höckelheim, der vor anderthalb Jahren seine Gesellenprüfung absolvierte. „Ich bin gerade im Lernen drin, und da bot sich die Fortbildung zum Meister an“, sagt der junge Handwerker, der vorerst als angestellter Meister arbeiten möchte, aber schon heute über die Selbstständigkeit nachdenkt.
„Die Fortbildung zum Maurer- und Betonbauermeister hat es fachlich in sich“, weiß Ausbilder Hüls. Neben ihm sind an die Ausbildung des Führungsnachwuchses für die Baubranche auch externe Spezialisten beteiligt. So übernehmen selbstständige Architekten, Baustatitiker, Ingenieure sowie weitere Maurermeister einzelne Lehrgangsabschnitte. „Damit bekommen die Meisterschüler eine solide Grundlage für ihre spätere Arbeit“, sagt Hüls. Ein Highlight in diesem Jahr sind unter anderem Fachvorträge zu den Themen Kalksandstein und Schallschutz, für die alle Teilnehmer ein Zertifikat erhalten. „Solche Zusatzqualifikationen werden immer wichtiger“, weiß Hüls. „Der Einbau von Trennschichten, um potentielle Schallbrücken einzudämmen, gehört heute in vielen Neubauten zum Standard und ist auch im privaten Bausektor fester Teil des gewünschten Wohnkomforts.“
Der nächste Meisterkurs im Maurer- und Betonbauerhandwerk startet am 20. November 2017. Informationen zum Kurs und zur Finanzierung über das „Meister-Bafög“ erhalten Interessenten bei Susanne Raupach.