Bald Meister statt Master: Magnus Fischer (Mitte) mit den HWK-Mitarbeitern vom Projekt "Perspektive: Berufliche Bildung!".
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Bald Meister statt Master: Magnus Fischer (Mitte) mit den HWK-Mitarbeitern vom Projekt "Perspektive: Berufliche Bildung!".

Studienausstieg: Magnus Fischer (26) hat sich das mit dem ingenieurwissenschaftlichen Studium nach einigen Semestern noch einmal anders überlegt. Am Ende hat er sich für eine Sache entschieden, die ihm wirklich am Herzen liegt: Fahrräder. #einfachmachenKrumme Lebensläufe gesucht

Handwerkliche Tätigkeiten haben dem Hildesheimer Magnus Fischer schon immer Spaß gemacht. Dabei spielte es eigentlich keine Rolle, ob es sich um die Restaurierung eines Fachwerkhauses oder eben um Wartungsarbeiten an Fahrrädern handelte. Was seine Berufswahl betrifft, so hat letztendlich doch das Hobby den Takt vorgegeben. Bereits während seines Studiums hat Fischer als Aushilfe in diversen Fachgeschäften für Zweiräder gejobbt. „Der Fokus hat sich irgendwie verschoben, der Gang zur Uni wurde zur Nebensache, der Job im Fahrradladen die Haupttätigkeit. Mir hat das Studium zwar gefallen aber irgendwie hat die Praxis gefehlt“, erinnert sich Fischer.

Ein im Immatrikulationsamt liegender Flyer, des aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds geförderten Projekts JOBSTARTER plus (Perspektive: Berufliche Bildung!), erweckte vor knapp zwei Jahren seine Aufmerksamkeit. Er nahm daraufhin schnell Kontakt zu den Mitarbeitern der Handwerkskammer auf. „In der Beratung konnten wir wichtige Aspekte wie Finanzierung oder auch die Ausbildungsverkürzung gleich auf Anhieb klären“, so Fischer.

Den Ausbildungsbetrieb hat er sich kurzerhand selbst organisiert. Schließlich war er zu diesem Zeitpunkt bereits gut vernetzter Fachmann in der Hildesheimer Zweirad-Szene. Die Hornburg Automobile GmbH, mit dem Zweirad-Ableger Hornburg-Bikes, bot ihm auch gleich dank der im Studium erworbenen technischen Kenntnisse die anvisierte Ausbildungsverkürzung an. Im Mai dieses Jahres steht bereits seine Abschlussprüfung im Beruf Zweiradmechatroniker Fachrichtung Zweirad an. „Ich würde mich immer wieder so entscheiden“, sagt Fischer, dem erst nach dem Studienausstieg die perfekte Symbiose aus Beruf und Hobby gelungen ist.

Es klingt ein wenig nach der neu aufgelegten Imagekampagne des Deutschen Handwerks, die mit dem Hashtag #einfachmachen Jugendlichen Mut macht, Dinge auszuprobieren und sich beruflich auch einmal verlaufen zu dürfen: „Ein Schritt vor kann nie ein Schritt zurück sein“. Privat gehört Fischer zur Biker-Szene, die Rennen über weite Strecke fährt. „Das sind zum Beispiel Rennen von Paris bis an die Mittelmeerküste oder von Usbekistan ins Baltikum“, schwärmt er. Die Route für diesen Sommer: Von Belgien nach Griechenland. Auch den Meistertitel hat er sich für dieses Jahr vorgenommen, die gewerkübergreifenden Teile III und IV macht er natürlich im BBZ Hildesheim-Göttingen. (sp)