
Berufsschullehrer aus der chinesischen Provinz Shaanxi lernten 15 Tage lang im Kfz-Bereich des Berufsbildungszentrums und begeisterten sich für die duale Ausbildung.Duale Bildung lernen
Für die sieben Lehrkräften aus der Metropole Xi´an ist die automobile Welt kein Fremdwort. An einer örtlichen Berufsschule bilden sie den chinesischen Nachwuchs aus. Die direkt zwischen Berufsschule und Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer geschlossene Kooperation stellte in erster Linie eine fachliche Weiterbildung zum Thema Hochvolttechnik dar. „Das Thema Elektromobilität gewinnt in China immer mehr an Bedeutung – nicht zuletzt auch aufgrund der ökologischen Herausforderungen, vor denen das Land steht. So erhalten Kunden beim Kauf eines Elektroautos attraktive Prämien vom Staat“, weiß Projektleiterin und Dolmetscherin Yihe Zhang. Dieser technische Wandel erfordere nicht nur Veränderungen in der Herstellung und Fertigung von Kraftfahrzeugen – auch die Beschäftigen im Kfz-Handwerk und demnach auch Ausbilder und Lehrkräfte werden mit neuen Aufgaben konfrontiert und müssten neues Wissen erwerben. „In den Werkstätten des Berufsbildungszentrums konnten wir den Teilnehmern an den elektronischen Prüfständen, den softwarebasierten Diagnosesystemen und an einem für Prüfungszwecke aufgestellten Elektroauto die passende Infrastruktur für diese zukunftsweisenden Lerninhalte bieten“, so Torsten Vogt, Fachbereichsleiter Kfz- und Elektrotechnik.
Ein weiterer wichtiger Grund für die chinesische Exkursion war das Interesse am dualen Ausbildungssystem. „Anders als in Deutschland werden in China technische Berufe ausschließlich an Schulen erlernt“, so Berufsschulleiterin Wenxia Liang. „Es gibt seit Jahren ernsthafte Bestrebungen, das deutsche System auch bei uns einzuführen.“ Dieses sei, so Liang weiter, einfach effizienter und stärker praktisch ausgerichtet. Die anvisierte Überführung des Exportschlagers „Duale Bildung“ in das chinesische System endet nicht damit, die Betriebe in die Ausbildung einzubeziehen. Auch der Unterricht an den Schulen soll sich stärker an den praktischen Lerneinheiten in den Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen orientieren. „Letztendlich überzeugt uns auch die Didaktik der Lehrwerkmeister. Hier wird weniger frontal an Simulationen, sondern mehr im Team und an echten Anwendungen und Problemstellungen gearbeitet“, sagt Leiterin Liang.