Der Meisterbrief bleibt

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25 Jahre Meister
privat

Handwerkertag Holzminden: Ministerpräsident Weil stellt sich auf die Seite des Handwerks und zeigt EU Rote Karte.Der Meisterbrief bleibt

Vor rund 500 Gästen, die der Einladung der Kreishandwerkerschaft Holzminden zum 67. Handwerkertag folgten, fand der Ministerpräsident klare Worte: „Wir wollen, dass der Meistervorbehalt gewahrt bleibt und sind entschlossen, im Zweifelsfall auch den Rechtsweg zu gehen“.  Das Handwerk sei mit 83.000 Betrieben und 520.000 Beschäftigten das „Rückgrat der niedersächsischen Wirtschaft“ und der Meister nicht nur ein Titel sondern ein Prädikat.

Auch Weil begrüßte die Rüge von Bundestag und Bundesrat zum sogenannten Dienstleistungspaket der EU und der damit verbundenen Verhältnismäßigkeitsprüfung für Berufsreglementierungen. Der Spitzenverband des Handwerks hatte zuletzt einen  Warnschuss in Richtung EU abgegeben, die Eigenheiten des deutschen Bildungssystems nicht in Frage zu stellen. Mit Erfolg: Nach Angaben von EU-Kommissionsvize Jyrki Katainen muss das deutsche Handwerk nicht fürchten, dass Brüssel am Meisterbrief rüttelt. Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt, sagte Katainen dem Handelsblatt am 21. März.

Für die Region Weserbergland stellte Kreishandwerksmeister Uwe Hinz die wichtigen Entwicklungen des vergangenen und der laufenden Jahres zusammen. „Im Bereich Infrastruktur gibt es endlich greifbare Fortschritte. Für eine bessere Anbindung Holzmindens an Hildesheim und Hannover habe man die Ortsumgehung Negenborn und die Arbeiten an den Bundesstraßen B 240 und B 64 begonnen“, so Hinz. Auch würde der geplante Breitband-Ausbau dank bewilligter Förderanträge über den Südniedersachsenplan endlich auf Touren kommen.

Ein Höhepunkt des Handwerkertages ist seit jeher die Ehrung der Meisterjubilare und Betriebsjubilare durch den Präsidenten der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen. Handwerksmeister, die vor 25, 40, 50, 60 und 65 Jahren ihren Titel erworben haben, wurden mit Urkunden geehrt. „Danke, dass Sie so frei waren, über die vielen Jahre die lokale Wirtschaft in Holzminden zu stärken, unseren Nachwuchs auszubilden und Verantwortung zu übernehmen“, sagte Präsident Delfino Roman.

Neben den Jubilaren hatte auch der handwerkliche Nachwuchs seinen großen Moment auf der Bühne. Oliver Rojahn, Vorsitzender der Junioren des Handwerks e.V. und Präsident Roman begrüßten 15 Holzmindener Jungmeister im meisterlichen Berufsstand. Die Freisprechung der 45 Lehrlinge aus neun Gewerken übernahm Kreishandwerksmeister Hinz, der in diesem Zusammenhang die Bedeutung der dualen Ausbildung für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands betonte: „Das duale System trägt dazu bei, dass wir im internationalen Vergleich eine der niedrigsten Quoten an arbeitslosen Jugendlichen haben.“